Wissenswelt · Korn & ErnährungDe Vrouw Johanna · Emden
Was wächst auf dem Feld?

Getreide verstehen

Ein Korn ist klein – aber voller Energie. Lernen Sie die wichtigsten Getreidearten kennen und entdecken Sie, warum der Müller nicht aus jedem Korn dasselbe Produkt macht.

Fünf Körner im Vergleich

Ähren, Rispen und ihre Körner

Weizen

Triticum aestivum
Reife Weizenähre mit dicht sitzenden Ährchen und kurzen Grannen.
Reife Weizenähre mit dicht sitzenden Ährchen und kurzen Grannen. Zum Vergrößern antippen.

Foto: Sten Porse · Original · CC BY-SA 3.0. Größenangepasste Webfassung, Motiv unverändert.

Mildes, helles Brotgetreide. Sein Klebereiweiß macht elastische Teige möglich, die Gärgase gut festhalten.

  • Produkte: Brot, Brötchen, Kuchen, Nudeln
  • Merkmal: gedrungene Ähre, meist ohne lange Grannen
  • Verarbeitung: im Schrotgang zu zerkleinern

Roggen

Secale cereale
Schlanke Roggenähren mit deutlich sichtbaren Grannen.
Schlanke Roggenähren mit deutlich sichtbaren Grannen. Zum Vergrößern antippen.

Foto: Dmitrij Rodionov (DR) · Original · CC BY-SA 3.0. Größenangepasste Webfassung, Motiv unverändert.

Robustes Getreide des Nordens. Roggenbrot bleibt lange saftig und erhält durch Sauerteig sein kräftiges Aroma.

  • Produkte: Mischbrot, Schwarzbrot, Knäckebrot
  • Merkmal: schlanke Ähre mit deutlichen Grannen
  • Teig: Sauerteig unterstützt Struktur und Aroma

Gerste

Hordeum vulgare
Gerstenähre mit langen Grannen in Nahaufnahme.
Gerstenähre mit langen Grannen in Nahaufnahme. Zum Vergrößern antippen.

Foto: Alexander von Halem · Original · CC BY 2.0. Größenangepasste Webfassung, Motiv unverändert.

Ihre Körner sitzen fest in den Spelzen. Im Peldegang werden die harten Hüllen abgeschliffen – daraus entstehen Graupen.

  • Produkte: Graupen, Malz, Grütze
  • Merkmal: sehr lange, gleichmäßige Grannen
  • In der Johanna: im Peldegang geschält

Hafer

Avena sativa
Hafer: Die Ährchen hängen an verzweigten Rispenästen statt an einer kompakten Ähre.
Hafer: Die Ährchen hängen an verzweigten Rispenästen statt an einer kompakten Ähre. Zum Vergrößern antippen.

Foto: Rasbak · Original · CC BY-SA 3.0. Größenangepasste Webfassung, Motiv unverändert.

Hafer trägt keine kompakte Ähre, sondern eine lockere Rispe. Er liefert Flocken, Grütze und einen mild-nussigen Geschmack.

  • Produkte: Flocken, Porridge, Hafermehl
  • Merkmal: frei hängende Körner an einer Rispe
  • Verarbeitung: vor der Herstellung von Flocken entspelzen und walzen

Dinkel

Triticum spelta
Blühende Dinkelähre mit sichtbaren Spelzen; die hellen herabhängenden Teile sind Staubbeutel.
Blühende Dinkelähre mit sichtbaren Spelzen; die hellen herabhängenden Teile sind Staubbeutel. Zum Vergrößern antippen.

Foto: Rasbak · Original · CC BY-SA 3.0. Größenangepasste Webfassung, Motiv unverändert.

Ein Verwandter des Weizens. Das Korn sitzt fest in einer Hülle und muss vor dem Mahlen entspelzt werden.

  • Produkte: Brot, Gebäck, Grieß
  • Merkmal: lange, lockere Ähre
  • Geschmack: leicht nussig
Unter der Schale

Was steckt in einem Getreidekorn?

Schale & Aleuronschicht

Sie schützen das Korn. Hier sitzen viele Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine. Beim Sieben werden Teile davon zur Kleie.

Mehlkörper

Der größte Teil des Korns enthält vor allem Stärke und Eiweiß. Aus ihm entsteht der Hauptanteil des Mehls.

Keimling

Aus ihm wächst eine neue Pflanze. Er enthält Fette, Eiweiß, Vitamine und Enzyme.

Vollkorn bedeutet: Alle Bestandteile des gereinigten Korns – Mehlkörper, Schale und Keimling – sind im gleichen Verhältnis enthalten wie im ganzen Korn. Die Mehlfarbe allein sagt darüber wenig aus.
Mahlen oder pellen?

Zwei verschiedene Arbeiten

Der Schrotgang

Zwischen Läufer- und Liegerstein wird Getreide zerkleinert. Je nach Einstellung und anschließendem Sieben entstehen Schrot, Grieß oder Mehl. Die Johanna besitzt zwei Schrotgänge.

Der Peldegang

Der Peldegang mahlt Gerste nicht zu Mehl. Er entfernt durch Reibung die feste Hülle und rundet das Korn – so entstehen Graupen. Die Johanna besitzt einen Peldegang.

Weiter: Vom Korn zum Brot