Wissenswelt · Korn & ErnährungDe Vrouw Johanna · Emden
Was wächst auf dem Feld?

Getreide verstehen

Ein Korn ist klein – aber voller Energie. Lernen Sie die wichtigsten Getreidearten kennen und entdecken Sie, warum der Müller nicht aus jedem Korn dasselbe Produkt macht.

Fünf Körner im Vergleich

Welche Ähre gehört wozu?

Weizen

Triticum aestivum

Mildes, helles Brotgetreide. Sein Klebereiweiß macht elastische Teige möglich, die Gärgase gut festhalten.

  • Produkte: Brot, Brötchen, Kuchen, Nudeln
  • Merkmal: gedrungene Ähre, meist ohne lange Grannen
  • In der Johanna: im Schrotgang gemahlen

Roggen

Secale cereale

Robustes Getreide des Nordens. Roggenbrot bleibt lange saftig und erhält durch Sauerteig sein kräftiges Aroma.

  • Produkte: Mischbrot, Schwarzbrot, Knäckebrot
  • Merkmal: schlanke Ähre mit deutlichen Grannen
  • Teig: braucht Säure für ein gutes Brot

Gerste

Hordeum vulgare

Ihre Körner sitzen fest in den Spelzen. Im Peldegang werden die harten Hüllen abgeschliffen – daraus entstehen Graupen.

  • Produkte: Graupen, Malz, Grütze
  • Merkmal: sehr lange, gleichmäßige Grannen
  • In der Johanna: im Peldegang geschält

Hafer

Avena sativa

Hafer trägt keine kompakte Ähre, sondern eine lockere Rispe. Er liefert Flocken, Grütze und einen mild-nussigen Geschmack.

  • Produkte: Flocken, Porridge, Hafermehl
  • Merkmal: frei hängende Körner an einer Rispe
  • Besonderheit: von Natur aus glutenarm, aber oft verunreinigt

Dinkel

Triticum spelta

Ein Verwandter des Weizens. Das Korn sitzt fest in einer Hülle und muss vor dem Mahlen entspelzt werden.

  • Produkte: Brot, Gebäck, Grieß
  • Merkmal: lange, lockere Ähre
  • Geschmack: leicht nussig
Unter der Schale

Was steckt in einem Getreidekorn?

Schale & Aleuronschicht

Sie schützen das Korn. Hier sitzen viele Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine. Beim Sieben werden Teile davon zur Kleie.

Mehlkörper

Der größte Teil des Korns enthält vor allem Stärke und Eiweiß. Aus ihm entsteht der Hauptanteil des Mehls.

Keimling

Aus ihm wächst eine neue Pflanze. Er enthält Fette, Eiweiß, Vitamine und Enzyme.

Vollkorn bedeutet: Alle Bestandteile des gereinigten Korns – Mehlkörper, Schale und Keimling – sind im gleichen Verhältnis enthalten wie im ganzen Korn. Die Mehlfarbe allein sagt darüber wenig aus.
Mahlen oder pellen?

Zwei verschiedene Arbeiten

Der Schrotgang

Zwischen Läufer- und Liggerstein wird Getreide zerkleinert. Je nach Einstellung und anschließendem Sieben entstehen Schrot, Grieß oder Mehl. Die Johanna besitzt zwei Schrotgänge.

Der Peldegang

Der Peldegang mahlt Gerste nicht zu Mehl. Er entfernt durch Reibung die feste Hülle und rundet das Korn – so entstehen Graupen. Die Johanna besitzt einen Peldegang.

Weiter: Vom Korn zum Brot