Der konische Unterbau trägt die gesamte Mühle und widersteht Winddruck und Schwingungen. Unten sind die Mauern stärker als oben. Maurer mussten rund, lotrecht und mit genau gesetzten Öffnungen arbeiten.
Eine Windmühle ist Gebäude, Kraftmaschine, Werkstatt und Lagerhaus zugleich. Holz, Stein, Eisen, Schiefer und Reet greifen so genau ineinander, dass Wind am Ende einen drei Tonnen schweren Mahlgang antreibt.

Die Segelgatterflügel wandeln die Bewegung der Luft in eine Drehbewegung. Je zwei gegenüberliegende Flügel gehören zu einer Rute. Beide Ruten werden durch den Achskopf gesteckt und im Achskopf mit Holzkeilen festgesetzt.
Der konische Unterbau trägt die gesamte Mühle und widersteht Winddruck und Schwingungen. Unten sind die Mauern stärker als oben. Maurer mussten rund, lotrecht und mit genau gesetzten Öffnungen arbeiten.
Ständer, Balken und Streben bilden ein räumliches Fachwerk. Zimmerleute verbanden viele Teile mit Zapfen, Blättern und Holznägeln – lösbar, reparierbar und zugleich elastisch.
Die 101 Kämme des Stirnrades bestehen laut Rundgang-Unterlage aus Weißbuchenholz. Dieses harte, verschleißfeste Holz lässt sich einzeln ersetzen und wird mit Bienenwachs oder Vaseline gepflegt.
Die Unterlagen der Johanna bezeichnen die Flügelwelle als eiserne Mühlenachse. Historische Wellen konnten geschmiedet oder gegossen sein; für die Johanna wird nur dort „gegossen“ gesagt, wo ein Bauteilnachweis das ausdrücklich bestätigt.
Die eiserne Achse liegt in der Kappe auf dem Katzenstein aus Schiefer. Rindertalg im Schmierkasten vermindert Reibung; ein zusätzliches Gewicht sorgt für eine fortlaufende Schmierung.
Läufer- und Liggerstein haben etwa 1,50 Meter Durchmesser und wiegen als Paar ungefähr drei Tonnen. Der Müller schärfte ihre Mahlflächen mit dem Billhammer.
Reet bildet eine leichte, wetterabweisende Haut. Reetdecker müssen Anschlüsse, Kanten und Rundungen so dicht ausführen, dass Sturm und Schlagregen draußen bleiben.
Der Müller passt die Segelfläche dem Wind an. Das Tuch muss kräftig, reparierbar und sicher verschnürt sein – zu viel Segel bei starkem Wind gefährdet die Mühle.
Entwarf Kraftweg, Übersetzung und Mahltechnik und passte alle beweglichen Teile aufeinander an.
Richteten Achtkant, Kappe, Böden, Ruten und große hölzerne Räder mit komplexen Holzverbindungen.
Errichteten den konischen Backsteinunterbau mit Durchfahrt, Fenstern, Balkenauflagern und tragfähigem Mauerverband.
Fertigten Achsen, Beschläge, Bolzen, Lagerteile und weitere hoch belastete Metallbauteile.
Richteten Mahlsteine ab und arbeiteten Furchen ein; später schärfte der Müller sie regelmäßig nach.
Schützten Achtkant und Kappe vor Wetter und lieferten die textile Arbeitsfläche der Flügel.
Vom Bau der Johanna 1804 ist kein vollständiges Bautagebuch erhalten. Historische Mühlenbauer lösten solche Aufgaben jedoch mit einer Kombination aus Gerüsten, Hebebäumen, Flaschenzügen, Winden und sehr genauer Vorbereitung. Nicht ein einzelner Mensch hob den Balken – Seile und Rollen vervielfachten die Zugkraft einer ganzen Mannschaft.
Zimmerleute bearbeiteten Balken möglichst am Boden. Zapfen, Zapfenlöcher und Markierungen wurden vor dem Heben geprüft, damit das schwere Teil oben sofort passte.
Ein kräftiges Gerüst trug einen hohen Hebebaum oder eine einfache Hebekonstruktion über der Einbaustelle. Sie leitete die Last sicher nach unten ab.
Mehrere Rollen führten ein langes Hanfseil. Jede zusätzliche tragende Seilstrecke verringerte die nötige Zugkraft – dafür musste mehr Seil bewegt werden.
Arbeiter bedienten eine Handwinde, Spill- oder Haspelkonstruktion. Andere führten den Balken mit Leitseilen, damit er nicht pendelte oder gegen das Mauerwerk schlug.
Oben wurde der Balken in seine Holzverbindung abgesenkt, mit Holznägeln, Keilen oder eisernen Beschlägen gesichert. Danach konnte die Konstruktion selbst den nächsten Hub mittragen.
Als Durchfahrtholländer ließ die Johanna Pferdefuhrwerke in den Unterbau fahren. Korn wurde wettergeschützt abgeladen, Mehl wieder aufgeladen. Historisches Hochkantpflaster ist erhalten.
Auf den Böden bewegten Müller schwere Säcke mit zweirädrigen Sackkarren. Die Last bleibt nahe an der Achse – so muss der Mensch weniger Gewicht tragen, aber sicher ausbalancieren.
Ein kraftbetriebener Aufzug befördert Säcke durch Bodenluken nach oben. So wird die Windkraft nicht nur zum Mahlen, sondern auch für den inneren Transport genutzt.
Holzverkleidete Abgänge führten Mehl, Dunst, Kleie, Grieß und Graupen zum Mehlsöller. Dort wurden die Produkte direkt in Säcke abgefüllt.
Im Hochbetrieb nahm ein Müllergeselle laut Rundgang-Unterlage etwa alle fünf Minuten einen vollen Sack ab und befestigte einen leeren.
Korn musste trocken, luftig und vor Schädlingen geschützt lagern. Säcke und hölzerne Behälter durften keine Feuchtigkeit aufnehmen; regelmäßige Kontrolle gehörte zur Arbeit.






Quelle der technischen Detailangaben und Bilder: historischer Fotorundgang des Emder Mühlenvereins, zusammengestellt von Dietrich Janßen.